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Die drei ???, Hitchcock und viel mehr: Jens Wawreczeck und die Kunst der Reduktion

von residenz-redaktion@2025 | Feb. 22, 2026

Zuhören ist heute fast eine Gegenbewegung. In einer Zeit permanenter Ablenkung wirkt Reduktion nicht wie Verzicht, sondern wie Konzentration. Genau darum geht es in der neuen Folge von „mein detmold – der Stadtpodcast“.

Zu Gast ist Jens Wawrczeck, einer der bekanntesten Sprecher Deutschlands, zugleich Schauspieler, Bühnenkünstler, Hörbuchinterpret und Produzent. Anlass des Gesprächs ist sein Auftritt in Detmold – aufgenommen wurde der Podcast wenige Stunden zuvor im Studio.

Im Mittelpunkt steht die Frage, was passiert, wenn Bilder fehlen. Wenn es „nur“ um Stimme, Klang, Rhythmus und Pause geht. Wawrczeck beschreibt das Mikrofon als einen besonders sensiblen Resonanzraum: „Es hört jede Lüge.“ Wahrhaftigkeit, so seine Überzeugung, ist keine technische Frage von Lautstärke oder Tempo, sondern eine innere Haltung.

Ein besonderer Fokus liegt auf der Ästhetik des Hörspiels. Warum ist Hörspiel nicht einfach Theater mit geschlossenen Augen? Weil es in der Fantasie der Zuhörenden entsteht – und damit eine Freiheit bietet, die Bühne und Film nicht haben. Das Publikum wird zum eigenen Regisseur.

Auch der Blick auf veränderte Hörgewohnheiten kommt zur Sprache. Zwischen Kassette, CD und Streaming hat sich vieles verändert. Gleichzeitig beschreibt Wawrczeck eine wachsende Sehnsucht nach Reduktion, nach konzentrierten Live-Momenten, nach Stille, die getragen wird.

Am Ende geht es um mehr als Kunstformen. Es geht um Zuhören als Grundlage von Gespräch, von Demokratie, von kultureller Offenheit. Und um die Frage, wie man sich in einer lauten Welt einen inneren Raum für Kultur bewahrt.

Eine Folge, die nicht laut sein muss – um nachzuwirken.

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