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Podcast

S3-E10: 57 Jahre Handarbeiten Müller: Warum Stricken wieder modern wird

Sabine Koerner von Gustorf zu Gast bei „mein detmold – der Stadtpodcast“

Was verrät ein Wollgeschäft über unsere Gesellschaft?

Mehr, als man auf den ersten Blick vermuten würde. In der aktuellen Folge von „mein detmold – der Stadtpodcast“ ist Sabine Koerner von Gustorf zu Gast. Die Inhaberin von Handarbeiten Müller führt eines der traditionsreichsten Fachgeschäfte der Detmolder Innenstadt – ein Haus, das seit 1969 besteht und heute in zweiter Generation geführt wird.

Im Gespräch mit Tom Fluegge und Ann-Christin Lüersen blickt sie auf mehr als fünf Jahrzehnte Stadt- und Alltagsgeschichte zurück. Dabei wird schnell deutlich: Die Geschichte von Handarbeiten Müller ist auch eine Geschichte gesellschaftlicher Veränderungen.

Sabine Koerner erzählt von ihrer Kindheit zwischen Wollregalen und Stricknadeln, von ihrer Zeit in Berlin und von der Entscheidung, schließlich doch in das Familienunternehmen einzusteigen. Was zunächst nicht als Lebensweg geplant war, wurde über die Jahre zu einer Berufung.

Ein besonderer Teil der Folge widmet sich der Entwicklung der Handarbeitskultur. Die Gesprächspartner werfen einen Blick auf die 1970er- und 1980er-Jahre, auf strickende Männer, gehäkelte Lampenschirme und den Wandel von Rollenbildern. Dabei wird deutlich, wie eng Mode, Handarbeit und gesellschaftliche Entwicklungen miteinander verbunden sind.

Großen Raum nimmt auch die Frage ein, warum Stricken und Häkeln heute wieder so viele Menschen begeistern. Für Sabine Koerner ist die Antwort klar: Handarbeit schafft einen Ausgleich zu einer immer schnelleren und digitaleren Welt. Während die Hände beschäftigt sind, entsteht Raum für Gedanken, Konzentration und Kreativität.

„Man kann die Gedanken am Faden laufen lassen“, sagt sie im Podcast – ein Satz, der die Atmosphäre der gesamten Folge treffend beschreibt.

Darüber hinaus geht es um Nachhaltigkeit und den bewussten Umgang mit Kleidung. Wer selbst etwas herstellt, entwickelt oft eine andere Wertschätzung für Materialien, Zeit und Qualität. Handarbeit wird damit auch zu einem Gegenmodell zur Wegwerfmentalität der Fast-Fashion-Welt.

Schließlich richtet sich der Blick auf Detmold selbst. Sabine Koerner spricht über die Bedeutung inhabergeführter Geschäfte, über die Gemeinschaft in der Krummen Straße und über die Frage, was eine lebendige Innenstadt ausmacht. Ihr Fazit: Es braucht Menschen mit Ideen, Begegnungsorte und den Willen, gemeinsam etwas für die Stadt zu gestalten.

Eine Folge über Wolle und Handarbeit – und zugleich über Gemeinschaft, Kultur und das Leben in Detmold.

Die neue Folge von „mein detmold – der Stadtpodcast“ ist ab sofort auf YouTube sowie auf allen gängigen Podcast-Plattformen verfügbar.